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Cultured Meat – Fleisch ohne Tiere zu töten? Ist Fleisch aus dem Labor eine Alternative?

Was für eine Nachricht: Nur noch wenige Jahre, dann soll Kunstfleisch auf dem Markt sein. Zu erschwinglichen Preisen. Und ja, das Fleisch aus dem Labor soll wie richtiges Fleisch schmecken, da es ja auch aus echten Fleischzellen gezüchtet worden ist. Die ersten Werbevideos gibt es bereits.

 

Kunstfleisch ohne ökologische Probleme?

 

Das Fleisch aus dem Labor verspricht deutlich weniger ökologische Probleme. Dann gilt nicht mehr der alte Bauern-Spruch „Das Auge des Herrn mästet das Vieh“. Nicht mehr Geschick und Erfahrung des Landwirtes sorgen für eine erfolgreiche Mast des Tieres, sondern die Nährkulturen des Laboranten sorgen dann für Fleisch auf dem Teller.

 

Es stellen sich eine Fülle von Fragen: Sind damit neben den ökologischen auch die ethischen Probleme von Fleischkonsum passé? Gehört Anbau von Gen-Soja in Monokulturen in Amerika (samt der Abholzungen) der Vergangenheit an? Sind Probleme wie die Stickstoffüberschüsse in Ökosystemen, hygienische Themen wie Salmonellen, multiresistente Keime, ESBL gelöst? Gibt es keine Fleischfabriken der industriellen Landwirtschaft mehr?

 

Die Vision des Geschäftsführers der Wurstfabrikanten Rügenwalder, wonach Fleisch die neue Zigarette“ sei – ist sie nur noch für klassisches Fleisch aus getötetem Tier gültig? Aber natürlich vor allem auch:

 

Wollen wir das „saubere“ Fleisch aus dem Labor?

 

Die Vorteile des Kunstfleischs für Ökologie und Tierwohl wären unbestritten. Doch bevor wir uns auf den Kunstfleischburger freuen, lohnt es sich auf die Rolle zu schauen, die Schwein, Rind und Geflügel kulturell für uns gespielt haben. Nutztiere haben den Menschen über einen Zeitraum von über 15.000 Jahren begleitet. Sie haben fraglos zur gesellschaftlichen Entwicklung wesentlich beigetragen. Durch sie wurde die konstante, gesicherte Versorgung mit tierischem Eiweiß als Basis für komplexere, sesshafte Gesellschaften geschaffen, da die Abhängigkeit vom Jagdwild nicht mehr bestand. Doch auch heute brauchen wir sie noch. Nicht nur zum Essen.

 

Wir brauchen Nutztiere!

 

Eine Kreislaufwirtschaft – wie sie im ökologischen Landbau angestrebt wird – funktioniert mit dem Tier auf dem Hof besonders gut. Ein Bio-Anbauverband wie Demeter schreibt sogar das Halten von Rindern als unerlässlichen Teil des Betriebsorganismus vor.

 

Außerdem sind fast 70 Prozent der weltweit nutzbaren landwirtschaftlichen Flächen Grasländer, die fast ausschließlich mit Rindern, Schafen, Kamelen oder Ziegen bewirtschaftet werden können. Bei guter Weidepraxis können auf diesen Flächen wertvolle Lebensmittel erzeugt, Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit erhalten oder erhöht werden und Kohlenstoff gespeichert werden. Verbessertes Weidemanagement hat das Potenzial mehr Kohlenstoff zu speichern als jede andere landwirtschaftliche Praxis.

 

Wenn Fleisch: Bitte mit Maß essen!

 

Vielleicht wird Fleisch, welches „draußen“ auf der Weide und im Stall erzeugt wurde, ja wieder zu dem was es vor über 100 Jahren mal war. Eine Besonderheit, die wertgeschätzt wurde, die es nur sonntags gab. Nach den Gesundheitsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gilt:

300 Gramm pro Woche Fleisch reichen – und dann wären wir beim Fleischverzehr einmal die Woche, den wir auch aus ökologischen Aspekten noch für verträglich halten.

 

Wer braucht schon Kunstfleisch – es ist alles ökologisch verträglich da. Wir müssen eben nur noch bei Bio-Fleisch und Wild zugreifen, wenn wir noch Fleisch essen wollen. Einmal die Woche.

 

 

Markus Wolter
Markus Wolter

29. März 2016

Quelle: WWF

JAugust 2018

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